Vortrag auf dem 3. Dorn-Kongreß in der Memminger Stadthalle Okt. 2000
Das Thema dieses Vortrags ist die Schmerzheilung und nicht nur Schmerzbehandlung mittels der SMT® (Sanften Manuellen Therapie).
SCHMERZGESCHICHTE
Jahrhunderte und Jahrtausende war Schmerz nur schwer und oft unzureichend
behandelbar.
Im Mittelalter, bis in die Neuzeit hinein war es sogar von der katholischen Kirche verboten, zu heilen und Schmerzen zu behandeln. Die Inquisition hat alle diejenigen verfolgt (man bezeichnete sie als Ketzer und Hexen, welche mit dem Teufel im Bunde stünden), die sich an dieses Verbot nicht hielten, hat sie zu Tode gequält und auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Die Kirche verlangte von den Menschen, Schmerzen auszuhalten und zu sublimieren, denn Christus hat für sie auch unvorstellbare Schmerzen ertragen und ist sogar für sie am Kreuz gestorben.
Queen Viktoria war die erste Frau, welche sich an das Verbot der Schmerzbehandlung der Kirche nicht hielt und sie ließ sich am 7. April 1853 bei der Entbindung ihres 8. Kindes von ihrem Leibarzt John Snow eine Chloroformnarkose geben.
Erst im Jahre 1956 gestand der Papst zu, nachdem Prof. Piero Mazzoni auf einem Kongreß der Anästhesiologie die Frage stellt, ob Narkose und Schmerzausschaltung immer noch von der Kirche verboten seien, daß diese Verfahren nicht mehr der kirchlichen Lehre widersprächen und somit ab diesem Zeitpunkt erlaubt seien.
Heute ist das ganz anders, Narkose und Schmerzausschaltung und -behandlung sind eine Selbstverständlichkeit und die Medikamente zur Schmerzausschaltung werden immer besser.
SCHULMEDIZINISCHE, NUR ZEITLICH BEFRISTETE SCHMERZAUSSCHALTUNG
Trotz aller Fortschritte in der schulmedizinischen Schmerztherapie kann dennoch
in den allermeisten Fällen nur von einer zeitlich befristeten
Schmerzausschaltung ausgegangen werden und nicht von einer so wünschenswerten
Schmerzheilung. Das Ziel muß aber die Schmerzheilung und nicht nur die zeitweise
Schmerzausschaltung sein.
Über diese Schmerzheilung mittels der SMT® möchte ich heute hier sprechen, denn mit der SMT® haben Sie die beste Möglichkeit, Schmerzsyndrome wirklich zu heilen.
WAS IST AKUTER UND CHRONISCHER SCHMERZ?
Wie kann man einen Schmerz beschreiben, erfassen und bewerten?
Schmerz ist zunächst einmal eine sehr unangenehme Empfindung. Außerdem
signalisiert Schmerz eine Störung der körperlichen Unversehrtheit.
Man muß grundsätzlich zwischen akutem und chronischem Schmerz unterscheiden.
WARNFUNKTION
Wenn viele Philosophen und Psychiater dem akuten Schmerz noch eine gewisse
Warnfunktion zusprechen, so lehnt ein großer Teil von ihnen diese Warnfunktion
bei einem chronischem Schmerz ab. Manche gehen sogar soweit, dem Schmerz
generell jede sinnvolle Funktion abzusprechen. Diese Ansicht ist grundsätzlich
falsch.
Der akute und der chronische Schmerz signalisieren immer eine Störung der
körperlichen Unversehrtheit.
KÖRPERLICHE URSACHE FÜR JEDEN SCHMERZ
Wenn auch der chronische Schmerz die Warnfunktion des akuten Schmerzes verloren
zu haben scheint, so ist er doch immer noch ein Hinweis auf einen körperlichen
Schaden.
Wie Sie im Laufe des Vortrags noch hören werden, gibt es für jeden Schmerz eine körperliche Ursache und der rein psychogen ausgelöste Schmerz ist ein Märchen der Schulmedizin und Psychiatrie.
CHRONISCHER SCHMERZ IST LEBENSBEDROHEND
Das Problem der Schmerzheilung ist weniger der akute, sondern der chronische
Schmerz. Der akute aber besonders auch der chronische Schmerz wird von den
Menschen als gesundheits- oder gar lebensbedrohend betrachtet.
Dieses ist besonders dann der Fall, wenn ein akuter oder chronischer Schmerz nicht einer bestimmten Ursache zugeordnet werden kann. Außerdem, je unreifer das Individuum (z. B. ungeborene Kinder und Säuglinge) ist, um so lebensbedrohlicher wird ein Schmerzerlebnis empfunden und in der Erinnerung gespeichert.
Ein chronischer Schmerz selbst wird auch dann als eine Lebensbedrohung empfunden, wenn die Schulmedizin keine organische Ursache findet und behauptet, der Schmerz werde psychogen ausgelöst. Der Betreffende glaubt dennoch, schwer krank zu sein und man finde die Ursache nur nicht, womit er aus Sicht der SMT® durchaus recht hat.
Weiterhin ist ein chronischer Schmerz durch die Gefahr eines möglichen Suizids zur Schmerzausschaltung, bei scheinbar unheilbaren Schmerzsyndromen, für den Betreffenden eine reale Lebensbedrohung. Auf jeden Fall, auch ohne Suizidneigung, beeinträchtigt ein chronischer Schmerz im Laufe der Zeit den Leidenden so stark, daß er psychisch krank wird. Er verliert den Bezug zu seiner Umgebung, er ist im Schmerz gefangen.
Ein Gedicht von Th. Fontane (Archibald Douglas) drückt das so aus: Ich hab es getragen 7 Jahr und kann es nicht tragen mehr.
Soziale Kontakte sowie beruflicher Erfolg gehen verloren und eine Vereinsamung mit Depressionen und Lebensüberdruß sind häufige Folgen. Die ganze Palette der psychischen Reaktionen und Folgen in Familien mit einem Schmerzpatienten hier abzuhandeln, fehlt mir die Zeit.
SCHULMEDIZIN FINDET HÄUFIG KEINE URSACHE FÜR DEN SCHMERZ
Das größte Problem bei vielen Schmerzerkrankungen ist, daß die Schulmedizin
häufig, wie gesagt, keine organische Ursache für ein Schmerzsyndrom findet.
PSYCHE
Sie behauptet dann, daß das Schmerzsyndrom im Gehirn produziert werde, ohne daß
es dafür eine organische Ursache gäbe. Psychischer Streß oder Fehlentwicklungen
würden im Sinne einer Konversion, das bedeutet psychische Umwandlung, in ein
Schmerzsyndrom umgewandelt. Diese Behauptung ist falsch.
Eine der wichtigsten Erkenntnisse der SMT® lautet:
Es gibt für jedes Schmerzsyndrom, ja sogar für jede Erkrankung eines Individuums, eine organische Ursache, die in Form von Schäden an Wirbelsäule und Gelenken zu finden ist.
BEISPIEL HODENSCHMERZ
Ein Hodenschmerz z. B., ohne erklärbare schulmedizinische Ursache, ist eben
keine Selbstbestrafung für abartige oder unerfüllte sexuelle Wünsche des
Betreffenden, wie es von Psychiatern und Schmerztherapeuten gerne postuliert
wird, sondern eine Ischialgie als Folge einer ordinären Kreuzbeinsubluxation.
Scheinbar unerklärliche Schmerzsyndrome eines Patienten so zu erklären, daß die Ursache ein psychisches Ungleichgewicht sei und es für den Schmerz keine organische Ursache gäbe, ist schlichtweg falsch und eine ungerechtfertigte, ja sogar verletzende und herabwürdigende Stigmatisierung des Betreffenden.
EINFLUSS DER PSYCHE AUF SCHMERZ
Natürlich hat die Psyche auf das Schmerzgeschehen einen wesentlichen Einfluß.
Die Psyche ist nur ein Modifikator und ein Auslöser, aber nicht die eigentliche Ursache für den Schmerz, denn diese ist immer in Wirbelsäulen- und Gelenkschäden zu suchen.
Selbstverständlich spielt die psychische Verfassung des Betreffenden für sein Schmerzerlebnis eine entscheidende Rolle. Psychische Traumen oder Fehlhaltungen können Wirbelsäulenschäden hervorrufen, ebenso wie bestimmte Wirbelsäulen- und Gelenkschäden psychische Störungen auslösen können.
SCHMERZ NICHT NATURWISSENSCHAFTLICH ERFASSBAR
Die Psyche ist die Ursache, warum es nie gelingen wird, den Schmerz rein
naturwissenschaftlich zu bewerten und zu messen. Die Psyche des Menschen
entzieht sich hartnäckig naturwissenschaftlichen, chemischen, physikalischen
oder sonstigen Untersuchungsmethoden.
GEDÄCHTNISSPEICHER UND UNTERBEWUSSTSEIN
Der Grund dafür ist der, daß unsere Psyche mit dem daran gekoppelten
Unterbewußtsein ihre Wurzeln in den riesigen Gedächtnisspeichern des Gehirns
hat. Dabei handelt es sich um die 90 bis 95% des Gehirns, von denen die
Schulmedizin behauptet, sie lägen brach, weil sie keine nennswerten
Gehirnaktivitäten in ihnen messen kann und zu denen sie keinen Zugang hat. Das
ist natürlich Unsinn, denn eine solche Verschwendung leistet sich nur der
Mensch, aber nicht die Natur. Sie können sicher sein, daß diese 90% oder gar 95%
des Gehirns, die scheinbar ungenutzt sind, sehr wohl benutzt werden.
Die scheinbar ungenutzten Areale des Gehirns kann man mit der Festplatte eines Computers vergleichen, auf der unendlich viele Informationen gespeichert sind und ruhen, bis ein Zugriff auf sie notwendig wird. Nur wenn solche Informationen gebraucht werden, ist eine meßbare Hirnaktivität in diesen Arealen zu messen, sonst nicht.
Die Tatsache, daß nur in den aktuellen Arbeitsspeichern des Gehirns meßbare Aktivität abzuleiten ist, berechtigt nicht zu dem Schluß, die restlichen Teile blieben ungenutzt.
Alles was wir erleben und empfinden - ich bin davon überzeugt, daß schon intrauterine Empfindungen im Gedächtnis gespeichert werden - wird in den riesigen Speichern unseres Gehirns aufbewahrt.
INFORMATIONSVERSCHLUSS DAS VERGESSEN
Es gibt in unserem Gehirn einen Mechanismus, der die naturwissenschaftliche
Erfassung der Gedächtnisspeicher als Sitz unserer Erinnerungen und unseres
Unterbewußtseins so schwierig macht, nämlich den des Informationsverschlusses.
Dieser Infomationsverschluß schützt uns Menschen vor einer Reizüberflutung
unseres Gehirns und macht erst eine rationale Arbeit möglich. Der
Verriegelungsmechanismus ist mit einer halb durchlässigen Membran vergleichbar,
die im bewußten Zustand eines Menschen nur von einer Seite, von seiten des
Speichers, durchlässig ist.
Dieser Verschlußmechanismus kann passiv oder aktiv abgebaut werden, wobei die Tür von der Seite des Gedächtnisspeichers mit dem Unterbewußtsein etwas aufgestoßen wird, so daß Informationen an die Oberfläche gelangen. Dazu ist es aber immer notwendig, daß der Bewußtseinszustand des Betreffenden heruntergefahren wird, so daß das aktuelle Bewußtsein ausgeschaltet oder reduziert wird. Das geschieht passiv im Schlaf während der Traumphasen und aktiv bei der Hypnose.
UNTERBEWUSSTSEIN UND PSYCHISCHE VERFASSUNG
Die Gedächtnisspeicher mit dem darin wurzelnden Unterbewußtsein hat aber auch im
bewußten Zustand einen großen Einfluß auf den Menschen und zwar auf dessen
psychische Verfassung. Das Unterbewußtsein beeinflußt permanent unser tägliches
Tun, unsere Entscheidungen und auch Empfindungen und psychische Reaktionen auf
die Umwelt.
NATURWISSENSCHAFT ZUGRIFF MIT IHREN METHODEN VERWEHRT
Da der Naturwissenschaft der Zugriff auf das Unterbewußtsein des Menschen nur in Ausnahmefällen wie z. B. durch die Hypnose oder durch die Interpretation der zum Teil phantastisch surrealistisch geprägten Erlebnisse des Traumes oder durch Auswertung vom Patienten beschriebener Empfindungen möglich ist, ist es zur Zeit eben unmöglich, ein Schmerzerlebnis naturwissenschaftlich mit den Mitteln der Physik, Chemie und Physiologie ausreichend zu erfassen.
SCHULMEDIZINISCHE ERKLÄRUNG DES SCHMERZES
Aber genau das macht die Schulmedizin, wenn sie nach dem Wesen des Schmerzes
gefragt wird. In fast jedem Fachbuch über Schmerztherapie gehen die Autoren sehr
schnell auf die schulmedizinischen und naturwissenschaftlichen Erkenntnisse der
Schmerzempfindung ein. Auf der anderen Seite sind diese Erkenntnisse durchaus
wichtig.
Deren einseitige Bewertung durch die Schulmedizin lassen dieses Wissen aber eine fragwürdige Bedeutung zukommen.
Bei der naturwissenschaftlichen Abhandlung wird die Schmerzleitung vom Rezeptor (dem Schmerzfühler) ausgehend in Form eines Aktionspotentials und dessen Ausbreitung über die Nervenfaser bis zur Nervenzelle und die Weiterleitung mittels Synapsen (Überleitungsstelle) auf die nächste Nervenfaser usw. ausführlich beschrieben.
Ein Aktionspotential ist eine elektrische Spannung am Rezeptor, die durch eine Elektrolytverschiebung zwischen Zellinnerem und -äußerem entsteht. In der Zelle findet man eine hohe Kaliumionen- und außerhalb der Zelle eine hohe Natriumionenkonzentration. Diese Ionenkonzentrationen, (bei Ionen handelt es sich um elektrisch geladene Teilchen) lassen eine Spannung von ca. minus 80 mV entstehen. Man nennt diese Spannung auch Ruhepotential. Durch einen Reiz wird die Zellwand für die erwähnten Ionen durchlässig. Kalium strömt aus der Zelle heraus und Natrium hinein, so daß sich die Spannungsverhältnisse auf ca. plus 20 mV verändern. Diese Spannungsänderung von etwa 100 mV, auch als Aktionspotential bezeichnet, wird über die Nervenfaser zur Nervenzelle und über Synapsen auf andere Nerven weitergeleitet.
INFOMATIONSGEHALT
Der Informationsgehalt besteht in der Anzahl und sicher auch in der Höhe der
Aktionspotentiale. Werden diese Größen verändert, ändert sich auch der
Informationsgehalt. Diese Informationen müssen von der Peripherie unverändert zu
den höher gelegenen Schaltzentren des Rückenmarks, aber vor allem des Gehirns
weitergeleitet werden. Hier wird die Information des Istzustands in der
Peripherie mit dem des jeweilig aktuell notwendigen Sollzustands verglichen.
Findet das Gehirn Differenzen zwischen Ist- und Sollzustand, sendet es
Regelimpulse nach unten in die Peripherie, die ebenfalls in Form von
Aktionspotentialen codiert sind. Kommt es nun zu Änderungen des aufsteigenden und absteigenden Informationsgehaltes, weil sich die Zahl und die Höhe der
Aktionspotentiale ändert, so wird der eigentliche Informationsgehalt verfälscht.
D. h. in der Peripherie kommt ein falscher Steuerimpuls an. Die dortigen
Strukturen reagieren unsinnig und nicht mehr situationsgerecht. Die Folgen sind
Störungen in der Zellfunktion, Durchblutungsänderungen der Organe und Störungen
in der lokalen Immunabwehr.
VERÄNDERUNG DES INFORMATIONSGEHALTES DURCH NERVENEINKLEMMUNGEN
Die Veränderung der Frequenz und der Höhe der Aktionspotentiale, die ja den
Informationsgehalt darstellen, werden durch Nerveneinklemmungen ausgelöst. Die
Nerveneinklemmungen finden zum Einen an den seitlichen Austrittsstellen der
Spinalnerven, dort wo sie den Rückenmarkskanal verlassen (Foramen inter-vertebrale) statt, und zum Zweiten durch verspannte Muskeln, Muskelgruppen,
Sehnen und Bänder. Narben können ebenfalls die Nerven tangieren und die
Nervenleitung verändern.
SPANNUNGSAUFBAU BEI HÜFT- UND KREUZBEIN-SUBLUXATION
Dabei ist der durch eine Hüft- und Kreuzbeinsubluxation bedingte zentrifugal von
der Beckenregion ausgehende Spannungsaufbau in der Körpermuskulatur, speziell in
der Rückenmuskulatur, für die Zunahme von Blockierungen und Skoliosen, mit der
daraus folgenden vermehrten Nerveneinklemmung, verantwortlich.
WIE KOMMT ES ZU EINER HÜFT- UND KREUZBEINSUBLUXATION?
Ursache für eine Hüftsubluxation ist das Übereinanderschlagen der Beine im
Sitzen und das Dehnen und Stretchen bei Sport und Gymnastik.
Dadurch wird der Hüftkopf etwas aus dem Hüftgelenk herausgehebelt und findet
nicht mehr den Weg ins Gelenk zurück.
Die Folge ist eine Beinverlängerung.
Im Rahmen einer Hüftsubluxation kommt es zu einem Beckenschiefstand.
KREUZBEINSUBLUXATION
Dadurch werden die Kreuzbeinbeckengelenke instabil, so daß das Kreuzbein bei
einer Spannungserhöhung in der Beckenmuskulatur, z. B. bei psychischen oder
körperlichem Streß, Unfällen und Kälte, von den Beckenschaufeln in seinem oberen
Anteil zum Bauch hin herausgedrückt wird. Der untere Anteil, der auf Grund der
Achsenverhältnisse des Kreuzbeins wesentlich länger als der obere ist, macht
gleichzeitig eine relativ starke Rückwärtsbewegung.
Diese Rückwärtsbewegung des Kreuzbeins überdehnt die tiefe Gesäßmuskulatur noch stärker als es eine Hüftsubluxation schon alleine tut, was im Laufe der Zeit zu einer immer stärker zunehmenden Verspannung dieser Muskeln führt.
Mit diesen Fakten habe ich Ihnen nicht nur das Grundproblem der Schmerz-, sondern der Krankheitsentstehung überhaupt beschrieben.
Meine Damen und Herrn, jetzt kommen für die SMT® eine weitere wichtige Aussage:
1. Die für Schmerzsyndrome und Erkrankungen maßgeblichen Schäden sind Hüft- und Kreuzbeinsubluxationen, denn diese bestimmen, über die vom Becken zentrifugal in den Körper ausstrahlende Verspannung der gesamten Körpermuskulatur, die Schwere der Nerveneinklemmung und -irritation.
2. Die Art des Schmerzsyndroms, aber auch alle anderen Erkrankungen werden durch die Wirbelsäulenschäden in Form von Blockierungen und Skoliosen bestimmt.
Somit kommt der exakten und akribisch genauen Korrektur von Hüft- und
Kreuzbeinsubluxationen die zentrale Stellung im Rahmen der SMT® zu.
Etwas anderes zu behaupten und diese Zusammenhänge zu negieren, nur weil eine
exakte Korrektur der Kreuzbeinsubluxationen nicht so einfach ist, ist
schlichtweg falsch.
Wenn man die Art eines Schmerzsyndroms oder einer Erkrankung definieren will, muß man wissen, daß diese in erster Linie durch die Konstellation der Wirbelsäulenschäden bestimmt werden.
Dabei spielen die Unteräste der segmental gegliederten Spinalnerven eine unterschiedliche Rolle.
Im Rahmen dessen ist Ihnen vielleicht bekannt, was die Schulmedizin schon lange weiß: daß von jedem Rückenmarkssegment Verbindungen über den Ramus communicans zum Grenzstrang und von dort als N. splanchnicus zu bestimmten Organen besteht.
Die dargestellten schulmedizinisch bekannten Zusammenhänge sind zwar vorhanden, aber so ungenau, daß diese dennoch falsch sind. Der Zusammenhang zwischen Wirbel, Rückenmarksegment und innerem Organ ist in der folgenden Abbildung dargestellt. Die Nervenleitung vom Rückenmark über die Spinalnerven und deren 3 wichtigsten Unteräste bis hin zu den Organen wird in der nächsten Abbildung dargestellt.
RAMUS DORSALIS
Es bestehen Verbindungen vom Wirbel und dessen Segment, wie sie Schulmedizin und
Schmerztherapie durchaus kennen, über den Ramus dorsalis zu bestimmten
Abschnitten der Rückenmuskulatur. Durch Einklemmung des R. dorsalis entstehen
Rückenschmerzen und -verspannungen.
RAMUS VENTRALIS
Über den Ramus ventralis besteht Verbindung zu genau definierbaren Abschnitten
des Körpers. Die Areale, welche vom Ramus ventralis versorgt werden, nennt man
auf der Haut Dermatome, in der Muskulatur Myotome und am Knochen Sklerotome. Zu
diesem System gehören aber auch Sehnen und Bänder.
Spinalnerveneinklemmungen lösen z. B. Schmerzsyndrome, aber auch andere Erkrankungen in den erwähnten Arealen aus. Über Spinalnerv, R. communicans, Grenzstrang und N. splanchnicus werden die Funktionen der verschiedenen Organe gesteuert und aufeinander abgestimmt. Bei Störungen in diesem System können neben Funktionsstörungen Schmerzen und Erkrankungen an und in den Organen entstehen.
Jetzt, meine Damen und Herren, jetzt möchte ich Ihnen die neueste, in der westlichen Medizin meines Wissens nach bisher völlig unbekannte Tatsache mitteilen, die von entscheidender Bedeutung für die Schmerz- und Krankheitsheilung mittels der SMT® ist:
MERIDIANSCHMERZ
Was der Schulmedizin überhaupt nicht bekannt oder bewußt ist, ist die Existenz eines Meridianschmerzes.
Daß die Erkenntnisse der chinesischen Akupunktur- und speziell der Meridian-
und Funktionskreislehre für die SMT® eine grundsätzliche wesentliche Rolle
spielen, habe ich in den Vorträgen der letzten Jahre schon umrissen.
Beim Meridian handelt es sich nämlich um eine real existierende Struktur unseres
Organismus´, bei der es sich um den Gefäßnervenstrang handelt. Die chinesische
Medizin hat schon vor Tausenden von Jahren die Zusammenhänge über deren Verlauf,
Verknüpfung untereinander und Einfluß auf die Organe herausgefunden. Diese
Erkenntnisse sind bis heute unverändert gültig und richtig.
GEFÄSSNERVENSTRANG UND GRENZSTRANG
Beim Gefäßnervenstrang - oder auch Meridian genannt - handelt es sich um ein Nervengeflecht um die Blutgefäße herum, welches aus der peripheren Fortsetzung des vegetativen Nervensystems (aus Sympathikus und Parasympathikus), besteht, wobei der zentrale Anteil des Sympathikus mit dem schon erwähnten segmental gegliederten Grenzstrang gleichgesetzt werden kann.
SEGMENTALE GLIEDERUNG GERNZSTRANG
Beim strickleiterartig ausgebildeten Grenzstrang handelt es sich also um den
Sympathikus, der die gleiche segmentale Gliederung wie das Rückenmark erkennen
läßt.
FUNKTIONSEINHEIT RÜCKENMARKSEGMENT UND SEINE TEILE
Man kann eine generelle segmental gegliederte Funktionseinheit erkennen, die aus
1. einem Wirbel mit dessen Rückenmarksabschnitt (Segment) besteht,
2. dem seitlich austretenden Spinalnervenpaar mit deren Unterästen:
a. dem Ramus ventralis mit den entsprechenden peripheren Derma-, Myo- und
Sklerotomen sowie bestimmten Sehnen und Bändern,
b. dem Ramus dorsalis und c. dem Ramus communicans zum Grenzstrang, mit dem
entsprechenden Grenzstrangabschnitt und deren von dort ausgehenden
Nervenverbindungen (N. splanchnicus) zu bestimmten inneren Organen sowie
3. aus dem Gefäßnervenstrang, sprich Meridian, bei dem es sich, wie gesagt, um
die periphere Fortsetzung des vegetativen Nervensystems, des Grenzstranges
handelt, der ja aus Fasern des Sympathikus und Parasympathikus besteht.
WIE WIRD EIN MERIDIAN GESTÖRT?
Somit kommt es bei Einklemmung der Spinalnerven im Rahmen von
Wirbelsäulenblockierungen und Skoliosen auch zu Irritationen der
Gefäßnervenstränge, also der Meridiane.
Natürlich kann ein Meridian auch peripher durch Narben oder Gelenksubluxationen in Mitleidenschaft gezogen werden.
Die Irritation des Nervs verändert den Informationsgehalt im Meridian, das
heißt in der vegetativen Regulation der zu einem Rückenmarkssegment gehörenden
peripheren Strukturen.
Dieser Umstand hat nicht nur organische Funktionsstörungen, sondern auch
Schmerzsyndrome zur Folge.
Das bedeutet, um dieses noch einmal deutlich klar zu machen, daß ein Schmerz nicht nur durch die Irritation des Ramus ventralis oder Ramus dorsalis eines Spinalnervs, sondern auch durch die daraus resultierende Irritation des Gefäßnervenstrangs, sprich Meridians, zustande kommt.
Dabei ist es wichtig zu wissen, daß eine Irritation eines Spinalnervs, aber auch eines Meridians, keinen von dessen Ursprung ausgehenden und in die Peripherie verfolgbaren Schmerz machen muß.
Häufiger ist es sogar so, daß nur bestimmte Teile eines von einem Spinalnerv oder auch Meridians versorgten Gebietes schmerzhaft sind.
ZWEI URSACHEN EINES SCHMERZES
Der Grund dafür ist der, daß sich der Spinalnerven- und der Meridianschmerz aus
zwei Teilen zusammensetzt: Erstens aus einem direkten Nervenschmerz und aus
Schmerzen durch Verspannungen und Entzündungen der vom entsprechenden Spinalnerv
und Meridian versorgten Strukturen wie z. B. Muskeln, Sehnen und Bänder, aber
auch Schmerzen an inneren Organen. Zusammenfassend kann man feststellen:
Schmerzsyndrome, speziell die chronischer Schmerzen, aber auch die generelle
Krankheitsentstehung überhaupt, sind ein Problem der durch Wirbelsäulen- und
Gelenkschäden gestörten Informationsübermittlung mit der daraus folgernden
Fehlsteuerung von Organfunktionen.
HEILUNG SOLANGE KEINE NARBEN UND ORGANVERÄNDERUNGEN EXISTIEREN
Durch die Korrektur der erwähnten Befunde lassen sich Schmerzsyndrome, aber auch
alle anderen Erkrankungen zuverlässig heilen. Das ist solange möglich, wie die
Erkrankung noch keine irreversiblen Organveränderungen gemacht hat.
Meine Damen und Herren, ich spreche nicht nur von einer Schmerzlinderung, sondern von einer echten Heilung, bei der nicht nur der Schmerz, sondern auch die Ursache des Schmerzes verschwindet.
Diese Tatsachen und Zusammenhänge mögen auf den ersten Blick vielleicht etwas verwirrend und schwer verständlich erscheinen. Deshalb möchte ich meine Erkenntnisse an einigen Beispielen präzisieren.
BEISPIELE
Als Beispiel für eine Kombination für einen Spinalnerven- und Meridianschmerz
habe ich die Ischialgien für die Bein- und den Tennisellenbogen für die
Armregion ausgewählt und als Beispiel für einen nahezu reinen Meridianschmerz
die Kopfschmerzen mit der Migräne.
ISCHIALGIE
Von den Ischialgien behauptet die Schulmedizin, sie seien Folge von
Bandscheibenvorfällen und Wirbelgleiten (Spondylolisthesis). Diese Behauptung
ist in weit über 90 %, also den allermeisten Fällen; einfach falsch.
WO ENSTEHT EINE ISCHIALGIE?
Die Ischialgie entsteht in erster Linie durch die Einklemmung des Ischias-Nervs
in der Tiefe der Gesäßmuskulatur und zwar durch die bei einer Hüft- und
Kreuzbeinsubluxation verspannten Muskeln piriformis und obturatorius. Weiterhin
kann eine Ischialgie auch durch eine Skoliose oder Blockierungen der
Lendenwirbelsäule mit Einklemmung der Spinalnerven an deren seitlicher
Austrittsstelle entstehen.
ISCHIASEINKLEMMUNG
Diese Fakten sind Ursache einer Ischiaseinklemmung mit den entsprechenden
Symptomen.
Somit kann man feststellen, daß der Ischiasschmerz und der Bandscheibenvorfall wie auch das Wirbelgleiten eine gemeinsame Ursache haben, nämlich eine Hüft- und Kreuzbeinsubluxation.
Bandscheibenvorfall oder Wirbelgleiten sind nicht Ursache des Ischiasschmerzes, sondern vielmehr die Folge einer Hüft- und Kreuzbeinsubluxation.
Somit haben Schmerz und Wirbelsäulenveränderungen ledigliche eine gemeinsame Ursache.
Die Art und Ausbreitung der Schmerzen wird davon bestimmt, welcher Teil des Ischiasnervs stärker tangiert wird, der ja ein dickes Bündel verschiedenster Nervenfasern ist.
WIE ENTSTEHT EIN BANDSCHEIBENVORFALL ODER EIN WIRBELGEITEN?
Die Verspannung der tiefen Gesäßmuskulatur überträgt sich schnell auf die
gesamte Beckenmuskulatur, um sich dann zentrifugal in den ganzen Körper
auszubreiten. Jetzt baut sich unter anderem eine zunehmende Spannung in der
Wirbelsäule auf, was Skoliosen und Blockierungen verschlimmert. Da sich die
Spannung von unten nach oben ausbreitet, ist die Lendenwirbelsäule am ersten und
stärksten betroffen. In Folge der Spannungszunahme werden die Wirbel stärker
aufeinandergepreßt, was zu einer Zunahme der Blockierungstendenz und der
Skoliosenstärke führt.
QUETSCHUNG DER BANDSCHEIBEN
Dadurch werden die Bandscheiben gequetscht und zunehmend belastet, so daß sie
bei zusätzlicher Krafteinwirkung im Rahmen von körperlichem und psychischem
Streß, bei Unfällen und Muskelverspannungen durch Kälte, noch stärker belastet
werden, so daß deren Faserringe einreißen. Die Folge ist ein
Bandscheibenvorfall, weil, durch den immensen Druck auf den Gallertkern der
Bandscheiben, dieser aus dem eingerissenen Faserring herausgepreßt wird.
Die gleichen Zusammenhänge und Überlegungen gelten ganz ähnlich für das Wirbelgleiten (Spondylolisthesis).
Hier führt die Spannungszunahme nicht zum Einreißen des Faserrings der Bandscheiben, so daß deren Gallertkern in den Rückenmarkskanal herausgepreßt wird, sondern es kommt zu Verschiebungen der Wirbel gegeneinander, die durch Abrutschen versuchen, dem Druck auszuweichen.
Da eine Kreuzbeinsubluxation in der Regel eine Hohlkreuzhaltung nach sich zieht, können die dadurch in verstärkter Biegung aufeinanderstehenden Wirbel, im Rahmen der starken Verspannung auf der konvexen Seite, leicht zum Bauch hin abgleiten.
SCHWERE DER SKOLIOSE DER LWS
Eine Ischialgie kann, wie schon erwähnt, auch im Rahmen einer
Lendenwirbelsäulenblockierung oder einer starken Skoliose der Lendenwirbelsäule,
durch die Spinalnerveneinklemmung an der Austrittsstelle im Foramen
intervertebrale entstehen.
SKOLIOSEBESSERUNG
Da nach Korrektur der Hüft- und Kreuzbeinschäden die Spannung in der Wirbelsäule
sofort nachläßt, kommt es nach der Behandlung häufig zu einer spontanen
Besserung von so ausgelösten Schmerzen, aber auch von Skoliosen im Allgemeinen.
Skoliosen sind somit mittels der SMT® heilbar.
AUSBREITUNG DER VERSCHIEDENEN SPINALNERVEN
Wenn ich nun auf die Schmerzausbreitung der verschiedenen Spinalnerven im
Bereich der Lendenwirbelsäule zu sprechen komme, so müssen Sie beachten, daß die
Zählung der Segmente in der SMT® eine andere ist als in der Schulmedizin.
Spinalnervenirritationen haben folgende Schmerzprojektionen:
Th12 (SchM) = L1 (SMT®)
L1 (SchM) = L2 (SMT®)
L2 (SchM) = L3 (SMT®)
L3 (SchM) = L4 (SMT®)
L4 (SchM) = L5 (SMT®)
L5 (SchM) = S1 (SMT®)
S1 (SchM) = S2 (SMT®)
S2 (SchM) = S3 (SMT®)
S3 (SchM) = S4 (SMT®)
S4 (SchM) = S5 (SMT®)
Unter N. cocczygeus (SMT®) sind alle Nervenfasern zusammengefaßt, die am unteren
Ende den Rückenmarkskanal verlassen.Die Schulmedizin sieht Teile des N.
cocczygeus als S5 (SchM) an, was im Endeffekt zu der unterschiedlichen Zählweise
führt.
Für Oberschenkelschmerzen muß man noch einen zusätzlichen Nerv erwähnen.
N. CUTANEUS FEMORALIS LATERALIS
Schmerzen und Gefühlsstörungen im Oberschenkel außen können auch durch Einklemmung des N. cutaneus femoralis lateralis kommen, der ebenfalls wie der Ischiasnerv durch die verspannten Muskeln piriformis und obturatorius hindurchziehen muß und dort eingeklemmt werden kann.
MERIDIANSCHMERZ UND ISCHIALGIE
Nun muß man bei einer Ischialgie auch die Existenz eines Meridianschmerzes
berücksichtigen.
MERIDIANE DIE ÜBER DAS BEIN ZIEHEN
Über Bein, Hüfte und Becken ziehen folgende Meridiane:
Der Blasen-Meridian, der mit dem 3. Lendenwirbel (L3 SMT®) in Verbindung steht,
zieht von der Kleinzehe ausgehend über den Fußrand hinten über Unterschenkel,
Kniekehle, Oberschenkelrückseite, Gesäß, Kreuzbeinbeckengelenk auf den Rücken,
um dann noch über den Schädel bis über die Augen zu verlaufen.
SCHMERZSYNDROME DES BLASEN-MERIDIANS
Das bedeutet, vereinfacht dargestellt, daß ein Wadenkrampf, bei welchem es sich
ja bekanntermaßen um eine Ischialgie handelt, nicht nur durch die Irritation des
Spinalnervs von S2 SMT® und S3 SMT® kommen kann, sondern auch durch Blockierung
des 3. Lendenwirbels mit einer Irritation des Blasen-Meridians.
Schmerzen in der Kniekehle und Veränderungen wie z. B. die Baker-Zyste werden nicht nur durch Reizung des S2 SMT® und S3 SMT®, sondern ebenso durch eine Blockierung des 3. Lendenwirbels mit Schädigung des Blasen-Meridians ausgelöst.
Der Magen-Meridian, der mit dem 6. Brustwirbel und seinem Segment in Verbindung steht, zieht von der 2. Zehe über Fußrücken, Schienbeinvorderkante, Kniescheibe, Oberschenkelvorderseite, quer über Schenkelhals und Leiste auf den Unterbauch und dann nach oben.
SCHMERZSYNDROME DES MAGEN-MERIDIANS
Schmerzen z. B. auf dem Fußrücken, können nicht nur durch die Irritation des
Spinalnervs S1 SMT® entstehen, sondern auch durch Blockierung des 6.
Brustwirbels.
Schmerzen und Gefühlsstörungen auf dem Oberschenkel vorne sind ebenso nicht nur eine Folge durch Einklemmung von L4 SMT® oder des N. cutaneus lateralis femoralis, sondern können auch Folge von Blockierungen Th6 SMT® sein.
Der Milz-Pankreas-Meridian hat als Segmentwirbel Th7 SMT® und Th8 SMT® und zieht von der Innenseite der Großzehe, über den Innenrist des Fußes, das innere Sprunggelenk, auf der Innenseite von Unterschenkel, Kniegelenk (Innenmeniskus), Oberschenkel über die Leiste (Schenkelhals) auf den Unterbauch.
SCHMERZSYNDROME DES MILZ-PANKREAS-MERIDIANS
Schmerzen auf der Innenseite des Fußes können z. B. durch Irritation von L5
SMT®, aber auch durch Blockierung von Th7 SMT® und Th8 SMT® ausgelöst werden.
LEISTENSCHMERZEN
Leistenschmerzen können nicht nur eine Irritation von S4 SMT®, sondern auch eine
Blockierung von Th7 SMT® und Th8 SMT® als Ursache haben.
Aber auch der Nieren-Meridian mit seinen Wirbeln Th10 SMT® und Th11 SMT® und der Leber-Meridian (Th5 SMT®) ziehen über die Innenseite des Beins und hier gelten in etwa die gleichen Überlegungen und Zusammenhänge wie beim Milz-Pankreas-Meridian.
Auf der Außenseite des Beins erstreckt sich der Gallenblasen-Meridian, mit seinem Segmentwirbel Th4 SMT®.
Er zieht von der 2. Fußzehe über den äußeren Fußrand, das äußere Sprunggelenk, die äußere Wade, das äußere Kniegelenk, den Oberschenkel außen über das Gesäß zum Kreuzbeinbeckengelenk und von hier auf den seitlichen Unterkörper.
Schmerzen am Außenknöchel, aber auch offene Füße im Bereich des Außenknöchels können durch Blockierungen des Gallenblasenwirbels entstehen oder verschlimmert werden.
Schmerzen am seitlichen Oberschenkel können durch die Irritation des N. cutaneus femoralis lateralis und durch die Irritation des Gallenblasen-Meridians mit Schäden am 4. Brustwirbel hervorgerufen werden.
Bei der Betrachtung der für Beinschmerzen verantwortlichen Gefäßnervenstränge muß man auch deren Verknüpfung und Interaktion in und über die verschiedenen Funktionskreise beachten.
FUNKTIONSKREIS
Bei einem Funktionskreis handelt es sich um eine funktionelle Verbindung
zwischen den Segmenten jeweils eines Hohl- und Speicherorgans mit einer
Körperöffnung, über die Organfunktionen aufeinander abgestimmt werden.
Außerdem werden über die Funktionskreissegmente bestimmte Körperstrukturen ebenso wie psychische Grundmuster beeinflußt.
Leber- und Gallenblasenwirbel sowie Magen- und die Milz-Pankreas-Wirbel mit den entsprechenden Meridianen bilden jeweils Funktionskreise, die über ihre Körperöffnungswirbel mit anderen Funktionskreisen und deren Wirbeln in Verbindung stehen.
VERKNÜPFUNG DER FUNKTIONSKREISE
Gallenblase (Th4 SMT®)/Leber (Th5 SMT®)steht über den 2. Halswirbel mit dem
Funktionskreis Herz (Th2 SMT®)/ Dünndarm (Th12 SMT®) und dem Funktionskreis
Kreislauf-Sexus/Dreifacher Erwärmer in Verbindung.
Magen (Th6 SMT®) /Milz-Pankreas (Th7 SMT® und Th8 SMT®) ist über den 4. Halswirbel mit dem Funktionskreis Lunge (Th3 SMT®)/ Dickdarm (L1 SMT®) gekoppelt.
Somit haben auch die Wirbel, Segmente und Meridiane der gekoppelten Funktionskreise einen Einfluß auf die Ischialgien im Rahmen des Meridianschmerzes.
TENNISELLENBOGEN
Tennisellenbogen (Epicondylitis ulnaris und radialis) ist ein Beispiel für ein
Schmerzsyndrom im Bereich des Oberkörpers. Die Schulmedizin behauptet, daß
Schmerzen in der Schulter und in den Armen eine Folge von Bandscheibenvorfällen
an der Halswirbelsäule seien. Diese Behauptung ist nur relativ selten
zutreffend, in der Regel ist sie so falsch wie die Aussage, daß
Bandscheibenvorfälle für Ischialgien verantwortlich seien.
WO FINDET MAN DEN TENNISELLENBOGEN?
Man kann einen sogenannten Tennisellenbogen, also schmerzende seitliche
Ellenbogenknochen, auf der Innen- und Außenseite des Gelenks haben. Auf der
Außenseite nennt man die Erkrankung Epicondylitis radialis, weil hier der N.
radialis zieht, und auf der Innenseite Epicondylitis ulnaris, weil hier eben der
N. ulnaris gelegen ist, von denen die Schulmedizin annimmt, daß sie für die
Schmerzen verantwortlich sind.
OBEN MERIDIANSCHMERZ WICHTIGER ALS UNTEN
In Wirklichkeit ist es aber so, daß je weiter man am Körper nach oben kommt, der
Meridianschmerz an Bedeutung für die Schmerzsyndrome zunimmt.
SCHULTER- UND ELLENBOGENSEGMENTE
Die Schulter wird von den Spinalnerven des 6. und die Ellenbogenregion von denen
des 7. Halswirbels versorgt.
Die Spinalnerven des 1. Brustwirbels also des Segments Th1 SMT® ® sind für die Hand zuständig.
MERIDIANE DES ARMES UND DER HAND
Folgende Meridiane spielen im Schmerzgeschehen eine entscheidende und zwar
krankheitsmodifizierende Rolle:
Über den Epicondylus ulnaris zieht der Herz-Meridian (Th2 SMT®) hinweg.
Über den Epicondlylus radialis erstreckt sich der Lungen-Meridian (Th3 SMT®).
VERKNÜPFUNG DER FUNKTIONSKREISEGMENTE
Das Herzsegment gehört zum Funktionskreis Herz (Th2 SMT®)/ Dünndarm (Th12 SMT®)
und das Lungensegment zum Funktionskreis Lunge (Th3 SMT®)/ Dickdarm (L1 SMT®).
Über die Körperöffnung Zunge und Augen (C2) des Funktionskreises Herz/Dünndarm/ steht dieser mit dem Funktionskreis Gallenblase (Th4 SMT®)/ Leber (Th5 SMT®) in Verbindung.
Der Funktionskreis Lunge/Dickdarm/Nase und Mund hat über den 4. Halswirbel Verbindung zum Funktionskreis Magen (Th6 SMT®)/ Milz-Pankreas (Th7 SMT® und Th8 SMT®).
Damit wird klar, daß grundsätzlich alle Wirbel und Gelenke für eine Erkrankung verantwortlich sind, wobei durch die hohe Zahl von Kombinationsmöglichkeiten die verschiedenen Erkrankungsarten bestimmt werden.
Denn auch die Wirbel, Segmente und Meridiane des Funktionskreises Blase (L3 SMT®)/ Nieren (Th10 SMT® und Th11 SMT®)/ Ohren und Zähne (C3) haben auf des Gesamtgeschehen einen Einfluß, weil der Blasen-Meridian durch seinen Verlauf über den gesamten Rücken automatisch Kontakt mit allen Wirbeln, Segmenten und Meridianen hat.
Über den Blasen-Meridian wird die durch die Hüft- und Kreuzbeinschäden einsetzende Spannung in den Körper übertragen.
MIGRÄNE
als Beispiel eines reinen Meridianschmerzes:
Ich habe einmal einen Schmerztherapeuten gehört, der allen Ernstes behauptetet,
daß es über 350 verschiedene Kopfschmerzarten gäbe und nur Extremspezialisten
wie er in der Lage seien, solche zu behandeln. Das ist natürlich Unsinn und ein
Marketing-Gag.
Die Diagnostik von Kopfschmerzsyndromen ist mit der SMT® relativ einfach.
5 VERSCHIEDENE KOPFSCHMERZARTEN
Im ganzen gibt es vier, und wenn man den sogenannten Spannungskopfschmerz als
eigenes Syndrom werten will, fünf verschiedene Ursachen eines Kopfschmerzes.
Die Störung der Wirbel, Segmente und Meridiane des Funktionskreises Blase (L3
SMT®)/ Nieren (Th10 SMT® und Th11 SMT®)/ Ohren und Zähne (C3) ist für den
Spannungkopfschmerz und die Migräne am häufigsten verantwortlich, deren Schmerz
vom Nacken ausgehend oben über den Schädel bis in die Stirn über die Augen
zieht.
SYMPTOMATIK DER BLASEN-MIGRÄNE
In diesem Zusammenhang ist der Verlauf des Blasen-Meridians über das Kreuzbein,
also der Kontakt mit einem subluxierten Kreuzbeingelenk interessant.
Somit ist die Häufigkeit und Stärke einer Blasen-Migräne entscheidend von der Kreuzbeinsubluxation abhängig.
Der Zusammenhang zwischen Periode und Kopfschmerzen bei Frauen wird durch die Beteiligung des Blasensegments und Blasen-Meridians leicht verständlich.
SYMPTOMATIK DER GALLENBLASEN-MIGRÄNE
Der Gallenblasen-Meridian zieht vom Nacken kommend seitlich über den Kopf, hat
Verbindung zum Ohr (akustische Aura) und zum Auge (Sehstörungen als Aura).
Kopfschmerzen im Schläfenbereich kann man als Gallenblasen-Migräne interpretieren.
Häufig endet Migräne hinter oder im Auge, denn der Gallenblasen-Meridian hat einen Ast zum Auge.
SYMPTOMATIK DER HERZ-MIGRÄNE
Der Herz-Meridian hat einen inneren Meridianverlauf, der von hinten über den Sehnerv kommend auch im Auge endet.
Eine Migräne mit Schmerzen im oder hinter dem Auge kann auch durch Blockierung des Herzwirbels (Th2 SMT®) ausgelöst werden.
KIEFERGELENK UND MIGRÄNE
Bei einer Migränebehandlung ist das Kiefergelenk und seine Subluxation von
großer Wichtigkeit, weil sich hier 4 Meridiane treffen, die auf die Migräne
einen Einfluß haben:
Als da sind der schon erwähnte Gallenblasen-Meridian (Th4 SMT®), der im Bezug
zum Herzen stehende Dünndarm-Meridian sowie der Dreifache Erwärmer (beide Th12
SMT®) und der Magen-Meridian (Th6 SMT®).
Das Kiefergelenk wird vom 4. Halswirbel stabilisiert.
Die Übelkeit bei einer Migräne hängt entweder mit einer
Kiefergelenksubluxation oder mit einer Blockierung des 6. Brust-, des
Magenwirbels zusammen.
Die Begleitsymptome einer Migräne werden durch die Konstellation der
Wirbelsäulen- und Gelenkschäden in ihrer Gesamtheit bestimmt, wobei man auch die
Interaktionen in den Funktionskreisen beachten muß.